Das Festival wurde im Kulturhauptstadt Jahr 1999 in Weimar von den Studenten der Fakultäten Medien und Gestaltung der Bauhaus Universität ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht der Versuch eine kontinuierliche Bestandsaufnahme der neuen Medien zu schaffen und eine Brücke zwischen der Anwendung digitaler Techniken und dem traditionellen Medium Film zu schlagen. Studenten wie auch Professoren der Universität leisteten dabei Hilfestellung und setzen sich zum Ziel, eine Plattform für junge und engagierte Mediengestalter, Kreative und Filmschaffende zu bieten.
Unter der Festivalleitung von Dipl.-Mediengestalterin Juliane Fuchs, kann das backup nach zehn Jahren auf eine bewegte und erfolgreiche Festivalgeschichte schauen.
1999
Eine handvoll Studenten der Fakultäten Gestaltung und Medien der Bauhaus Universität
Weimar, Marc Olff, Daniel Wagner, Michael Falk, Ralf Chille, Karina Dathe, Susanne Kern, Iris-Katrin Schulz und Juliane Fuchs gründen das backup_festival.
Das Ergebnis ist ein Festival für Film- und Videoproduktionen, die vorwiegend unter Verwendung von Neuen Medien im Kontext der Alltags- und Clubkultur entstanden sind. Ziel des Festivals ist zunächst eine Bestandsaufnahme der aktuellsten medialen Entwicklungen. Entsprechend des Programms entscheidet man sich, das Festival „backup_festival. neue medien im film« zu taufen. Der Name backup soll dabei für einen kraftvollen Auftritt aus dem Background stehen. Gleichzeitig ist „backup« (engl.) mit „Förderung« zu übersetzen und steht für die Förderung und Unterstützung eines jungen Filmnachwuchses.
Zum ersten Festival treffen bereits 200 Einsendungen mit internationaler Beteiligung ein. Als dauerhafte Programmpunkte werden der backup.award, backup.closeup und backup.forum etabliert. Zunächst an die Bauhaus-Universität gebunden, wird das Festival in den Folgejahren unabhängig und kollaboriert mit der Universität im weiteren Verlauf der Festivalgeschichte in einer Partnerschaft.
2000
Ein wesentlicher Programmpunkt des backup wird das lounge.lab: Eine Ausstellung für mediale Arbeiten, die im Raum und nicht auf der Leinwand präsentiert werden können und zum Austausch zwischen Publikum und Künstler anregen sollen.
2001
Das backup wird um einen weiteren Programmpunkt erweitert. Richard Anjou kreiert mit dem Festivalteam den »backup.clipaward« für das beste experimentelle Musikvideo. Die Moderation des Festivals übernimmt Simon Gosejohann.
2002
Der Rahmen des Festivals wird von der Einsicht geprägt, dass die so genannten „neuen Medien“ von 1999 nicht mehr neu sind und andere Medien an ihre Stelle getreten sind. Die Themen Globalisierung und europäische Einigung, vor deren Hintergrund das Festival stattfindet, und ihre Wirkungen auf die Medienlandschaft regen zu neuen Fragestellungen an.
Eine Neuerung ist, dass das backup nicht mehr allein von der Fakultät Medien der Bauhaus Universität organisiert wird. Studierende der Fakultät Architektur und Gestaltung übernehmen die Raumgestaltung auf dem Festivalgelände. In den Bereichen Marketing, Produktion und PR findet eine enge Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule für Musik Franz Liszt statt. Weiterhin kommt es zu einem Ortswechsel des backups vom Mon Ami und Neu Deli am Goetheplatz ins alte Straßenbahndepot von Weimar am Kirschberg.
Die Anzahl der eingesendeten Beiträge hat sich seit der Gründung des Festivals vervielfacht und umfasst nun 700 Einsendungen aus 42 Nationen.
2003
Das backup_festival wird Mitglied in nationalen und internationalen Organisationen und Vereinen: European Coordination of Filmfestivals, die deutsche AG Kurzfilm, die Thüringer LAG Soziokultur, der Thüringer Interessenverband Filmkommunikation. Das Festival wird ausgezeichnet mit dem „Zukunftspreis Jugendkultur“ der PWCStiftung „Jugend-Bildung-Kultur“.
Das Jahr steht weiterhin im Zeichen der internationalen Zusammenarbeit. Es kommt zu Partnerschaften mit Festivals in Brasilien, Sofia/ Bulgarien, Gdansk/ Polen, St. Petersburg/ Russland und London/ England. Das backup verzeichnet 1100 Einsendungen aus 44 Ländern.
2004
Marc Olff scheidet als langjähriger Kopf und Programmleiter aus der Festivalleitung aus. Für den Wettbewerb gibt es zum ersten Mal eine Vorauswahlkommission die sich aus dem studentischen Umfeld der Bauhaus Universität zusammensetzt.
Weiterhin erweitert das backup seinen Rahmen und organisiert unter dem Motto „backup präsentiert...“ Veranstaltungen außerhalb der Festivalzeit, wo andere Filmfestivals und Filmprojekte vorgestellt werden. Der erste internationale „Videoreporting Award“ findet statt. Dabei geht es um dokumentarische Kurzfilme und TV-Beiträge einzeln arbeitender Autoren. Wichtig dabei ist, dass sämtliche Produktionsschritte von der Recherche bis zum Endschnitt entsprechend dem Berufsbild des Videoreporters in Eigenarbeit durchgeführt werden. Gemeinsam mit Initiativen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen startet das backup eine Initiative zur Förderung des mitteldeutschen Mediennachwuchses.
2005
In diesem Jahr ist die gesamte Teamarbeit beim backup, sowie die Gestaltung wieder in studentischen Händen. Inhaltlich geht es um eine Rückbesinnung auf Low-Tech und Low-Budget Lösungen. Im Fokus des Festivals steht die Frage nach kreativem Umgang mit einfachen Mitteln. Neu im Programm sind backup.plaintext, ein Wettbewerb, der sich mit filmtheoretischen Essays zur aktuellen Filmavantgarde beschäftigt und backup.retro, in dessen Rahmen eine Auswahl von Filmen der frühen Avantgarde der 20er und 30er Jahre gezeigt wird. Diese Programmpunkte finden allein in diesem Jahr statt.
Ein weiterer Höhepunkt des Jahres ist die Verleihung des Werkleitz Award in Höhe von 2000 €. Dieser wird jährlich von der Werkleitz Gesellschaft in Kooperation mit anderen Filmfestivals verliehen. Ebenso findet die Verleihung des „2. International Videoreporting Awards“ statt. Im diesem Bereich findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Kassler Dokumentarfilm- und Videofest statt. Es treffen über 800 Einsendungen aus 35 Nationen ein.
2006
Im Zentrum des Festivals stehen weiterhin Ansätze nach kreativen Low-Budget Lösungen und das Motto „back to the roots“. So wird die Planung und Organisation erstmals als Lehrveranstaltung von der Fakultät Mediengestaltung angeboten. Dozentin ist Juliane Fuchs, Mitbegründerin des Festivals. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Fakultät Medien der Bauhaus Universität präsentiert das backup im Rahmen eines best of bauhaus eine Filmauswahl aus 10 Jahren Kurzfilmgeschichte in Weimar. Der Programmpunkt backup.lounge|lab findet in diesem Jahr zum siebten und letzten Mal statt. Dafür werden im Rahmen des backup.forum neben Filmen aus Brasilien, Osteuropa und Frankreich erstmals auch Filme aus China präsentiert. Das Festival kann mit über 1100 internationale Einsendungen aus 38 verschiedenen Ländern in diesem Jahr wieder an alte Erfolge anknüpfen. Die Besucherzahl beläuft sich mittlerweile auf rund 3500 Filminteressierte.
2007
Das Jahr 2007 steht im Zeichen einer starken inhaltlichen und strukturellen Neuorientierung. Der Slogan „Neue Medien im Film“ wird endgültig als überholt und unzeitgemäß angesehen. Stattdessen setzt das Festival seinen Schwerpunkt darauf, die Verknüpfungspunkte der unterschiedlichsten Medien und Techniken herauszustellen. Es gilt, verschiedenste Formate zusammenzubringen und in Form von Hybriden, Kreuzungen, Medleys und Potpourris neu zu definieren.
Neu im Programm ist der backup.(non)commercial.award, der den Werbespot als eigenständiges filmisches Format betrachtet und sich künstlerisch mit ihm auseinandersetzt. Einmalig stattfindende Programmpunkte bilden in diesem Jahr der »backup.market«, der einen Treffpunkt zwischen der professionellen Medienbranche und dem geneigten Publikum initiiert und »backup.transcript - writing the city«. Bei diesem Programmpunkt geht es darum, das Konzept der Cinematic City, die mit ihren Bilderfluten nicht nur die Physis einer Stadt, sondern gleichermaßen ihren sozialen Lebensraum definiert, zu erforschen und zu hinterfragen.
2008
Das backup_festival hat einen neuen Termin: Der Frühsommer in Weimar bietet die Möglichkeit, das Festival als großes und ereignisreiches Open-Air-Event zu feiern.
Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums lässt das backup verschiedene Höhepunkte und nennenswerten Momente der Festivalgeschichte nochmals Revue passieren. Ein best of backup zeigt 15 ausgewählte filmische Arbeiten der vergangenen 10 Jahre, die das Festival in besonderer Weise repräsentieren. Gleichzeitig soll das Festival durch zahlreiche neue Programmpunkte noch vielfältiger und interessanter werden.
In Anlehnung an backup.market findet »backup.salon« statt. Dieser will ebenso wie der backup.market Diskussionen und Anknüpfungspunkte zwischen Medienexperten und dem Publikum schaffen.
Im Rahmen eines »backup.at.home« wird ein Teil des Festivals in den privaten Rahmen von WGs und Wohnungen verlegt, in denen die Künstler und Gäste der vergangenen Jahre für die Festivalzeit Unterschlupf gefunden haben. Dabei soll den Besuchern die Chance gegeben werden, das Leben in der Stadt Weimar und das Festival von einer neuen, ganz intimen Seite kennen zu lernen.
Speziell in diesem Jahr findet der Programmpunkt »backup.open-screening« statt. Dabei können Studierende der Bauhaus Universität Weimar fertige filmische Arbeiten kurzfristig einreichen, von denen eine Auswahl im Rahmen des Festivals präsentiert wird. In einer zweiten Runde des open-screenings wird ehemaligen Preisträgern, Wettbewerbsteilnehmern und Jurymitgliedern die Möglichkeit gegeben, ihre Arbeiten (nochmals) im Rahmen des Festivals zu präsentieren. Das backup verzeichnet 2008 rund 700 internationale Einsendungen.
2009
Nach seinem 10-jährigen Jubiläum steht das backup_festival 2009 vor neuen Herausforderungen.
Neu ist die Angliederung des Festivals an das Bauhaus Film-Institut (BFI). Dessen Fokussierung auf gestalterische, wissenschaftliche und ökonomische Problemstellungen in Filmpraxis und -theorie sorgen für ein geschärftes Profil und damit für eine klarere Ausrichtung des backup_festivals.
Mit der Ausschreibung des backup.premiere.award öffnet sich backup 2009 erstmals für internationale Debutfilme mit einer Spielzeit bis zu 60 Minuten. Durch diesen Wettbewerb und durch den gezielten Ausbau von Sender-Partnerschaften geht das Festival im elften Jahr seines Bestehens einen wichtigen Schritt weiter in der nachhaltigen Förderung junger Talente.
Im Mittelpunkt des backup.salons stehen in diesem Jahr interaktive Formate. Fern -sehen und auch -gestalten über das Internet gehören zu den Zukunftsperspektiven der TV-Kosumierung. Einfachere Handhabung und erschwingliche Technik eröffnen IP-TV und Interactive Television ein immer größeres Publikum; in der Produktion wird neuen Designkonzepten Raum gegeben. Im backup.salon 2009 kommen die Macher einzigartiger Programmkonzepte, Verantwortliche hinter erfolgreichen Geschäftsideen und visionäre Denker neuer Möglichkeiten dieses wachsenden Bereichs zu Wort.



